Zwischen Nieder- und Hochfrequenz: Netzoberschwingungen „Dirty Power“ und PLC/dLAN: Verursacher, Messtechnik und Abhilfe

8.5. (Di)
Referenten: Dr. Martin H. Virnich, Dipl.-Ing. (FH) Rolf Mennekes

Im Bereich oberhalb 50 Hz bis zu einigen zehn oder gar hundert Kilohertz „tummeln“ sich mittlerweile die unterschiedlichsten Feld­erzeuger – Tendenz stark steigend. So genannte „Nichtlineare Verbraucher“, wie Energiesparlampen, elektronische Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen und LED, Dimmer und vielfältige elektronische Steuerungen erzeugen starke Oberschwingungen der Netz­frequenz oder eigene Frequenzgemische, ebenso wie Com­puter, Notebooks, die neuen drahtlosen Ladematten für iPod, Smartphone & Co, Induktionskochfelder und Wechselrichter von Photovoltaik-Anlagen. Diese Netzoberschwingungen und spezifischen Frequenzgemische „verschmutzen“ durch Rückwirkungen die Netzspannung und werden daher treffend als „Dirty Power“ bezeichnet. Sie breiten sich über die Netzleitungen in der gesamten Elektroinstallation aus – teilweise bis in benachbarte Häuser hinein – und können zum einen als Störspannungen die Funktion von anderen elektronischen Geräten beeinträchtigen. Zum anderen werden sie als elektrische und magnetische Felder von allen Leitungen der Hausinstallation abgestrahlt.

Zusätzlich gibt es die Inhouse Powerline Communication / PLC bzw. dLAN), die im Frequenzbereich von 1 MHz bis 30 MHz arbeitet.

Ist das alles noch Niederfrequenz oder schon Hochfrequenz? Welche seriösen bzw. professionellen Messgeräte und Mess­ver­fahren stehen in diesem kHz- und MHz-Bereich zur Verfügung, denn leider wird hier auch so mancher Unfug angeboten? Sollen NF- oder HF-Messgeräte eingesetzt werden? Welche Möglichkeiten einer – möglichst kostengünstigen – Spektrumanalyse be­ste­hen im kHz- und MHz-Bereich? Wie sollen die Feldstärken in diesem Frequenzbereich aus baubiologischer Sicht überhaupt bewertet werden? Welche praktikablen und finanziell erschwinglichen Möglichkeiten der Langzeitaufzeichnung von „Dirty Power“-Störspannungen und -Feldern gibt es?

 

Zurzeit wird von einem Hersteller baubiologischer Messgeräte intensiv an der Entwicklung eines einfach zu handhabenden Messgeräte-Vorsatzes zur Messung von Netzoberschwingungen von Spannungen und Strömen im Kilohertz-Bereich gearbeitet. Das Konzept und die Einsatzmöglichkeiten des Gerätes sowie der Stand der Entwicklung werden im Seminar vorgestellt. Voraussichtlich kann auch ein Prototyp gezeigt und demonstriert werden.

 

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