Hochfrequenz

Kaum müde ins Bett gefallen, raste das Herz los und peitschte seinen Körper auf. So gab es für einen Ingenieur aus Unterfranken keine ruhige und erholsame Nacht mehr. Schweißgebadet, gerädert und erschöpft wachte er morgens auf – kein idealer Tagesbeginn. Nach vielen Monaten durfte ich die Untersuchung durchführen und als Verursacher ein schnurloses Telefon am Nachttisch präsentieren. Dieser Dauersender wurde sofort entfernt, ein schnurgebundenes Telefon gekauft und fortan erholsam geschlafen. Es ist schon erstaunlich, welch kleine Dinge das Leben schwer machen können.

In der Marketingabteilung eines Stahlhändlers waren zwei Mitarbeiterinnen häufig krank: sie hatten Migräneanfälle, Kopfschmerzen und immer wieder Konzentrationsprobleme. Die Krankheitstage waren zu einem Kostenfaktor geworden, so dass eine Untersuchung in Auftrag gegeben wurde. Die Ursache wurde schnell gefunden. In nächster Nähe zu den Arbeitsplätzen stand ein WLAN-Accesspoint. Die Strahlung wurde durch geeignete Maßnahmen um über 90 % reduziert und trotzdem war die volle Funktionsfähigkeit garantiert. Die beiden Damen konnten schon nach kurzer Zeit wieder ohne Krankheitsprobleme ihrer Arbeit nachgehen.

03-hochfrequenzDas natürliche elektromagnetische Spektrum ist sehr groß, nur für einen Teil davon haben wir Sinnesorgane: für das sichtbare Licht. Hochfrequente Wellen verhalten sich quasi wie Licht, können aber im Gegensatz dazu Baustoffe meist ungehindert durchdringen.

Erfolgt die Energie und Informationsübertragung durch die Luft, so spricht man von Hochfrequenz bzw. elektromagnetischen Wellen. Im technischen Bereich ist dies sowohl beim Babphon, Ton- und Fernsehrundfunk, Mobilfunk als auch bei schnurlosen Telefonen, WLAN und Radar der Fall. Selbst Mikrowellenherde geben hochfrequente Strahlung ab.
Zu unterscheiden ist neben der Frequenz auch die Art des Signals, wobei sich ein deutlicher Unterschied zwischen ungepulster und gepulster Strahlung zeigt. Das ist vergleichbar mit dem Dauerlicht einer Glühlampe und den Stroboskopblitzen in der Disco. Zu den gepulsten Quellen zählen z. B: GSM Mobilfunk, DECT und WLAN sowie Mikrowellenherde. Gerade gepulste Frequenzen stehen im Verdacht, biologische Systeme unterschiedlich stark zu beeinflussen.

Im Übergangsbereich von Nieder- zu Hochfrequenz hat sich in den letzten Jahren ein besonderer Bereich heraus kristallisiert: eine Mischung aus beiden. Wenn über Stromleitungen Signale verbreitet werden, die nicht mehr 16,7 Hz oder 50 Hz aufweisen, so kann es sich um Oberschwingungen oder Dirty Power handeln. Hierbei seien exemplarisch elektronische Vorschaltgeräte EVG, elektronische Netzteile, Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen), LED´s, trafolose Wechselrichter und Powerline Communication (dLAN, Smartmeter) genannt.

Der gezielte Einsatz von Technologien ermöglicht z. T. deutliche Reduzierungen der sonst üblichen Strahlungsdichten. In besonderen Fällen helfen Abschirmmaterialien an Decke, Wand und Boden, Dach und Fenstern.