Niederfrequenz – magnetische Wechselfelder

Ein Mädchen schlief abends immer schwer ein, rückte im Bett von der Wand zum Wohnzimmer ab und lag schweißgebadet an der anderen Bettkante. Nur ein Brett verhinderte das Herausfallen aus dem Stockbett. Eine Untersuchung zeigte, dass das Kind „hinter“ dem Fernseher des Wohnzimmers seinen Schlafplatz hatte. Ein Verschieben des Fernsehers um zwei Meter noch am gleichen Abend führte fortan zu einem erholsamen und ungestörten Schlaf.

02-magnetische-wechselfelderEin Sachverwalter spürte in seinem Büro immer dann Unbehagen und Kopfschmerzen, wenn die Sonne besonders schön auf das Unternehmen seines Arbeitgebers schien. Für den Sachverwalter wurde es zur Qual, für den Arbeitgeber waren die dann durch die Photovoltaik-Anlage erzeugten Kilowattstunden eine Freude. Messungen führen schließlich zu dem Ergebnis, dass hohe Fehlströme auf der Leitung zu unerwünschten, unnötigen und hohen magnetischen Wechselfeldern geführt haben. Eine elektrotechnische Überprüfung der Anlage und Behebung der Anschlussfehler löste das Problem. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind seither mit der neuen Situation sehr zufrieden.

Werden Verbraucher angeschaltet, wie die Beleuchtung oder Maschinen und Trafos, so fließt Wechselstrom. Dieser erzeugt seinerseits magnetische Wechselfelder. In der Regel fließt in einem zwei- oder dreiadrigen Kabel genauso viel Strom zum Verbraucher (z. B. Glühlampe) wie auch zurück. Die Stromflüsse sind in zwei verschiedenen Richtungen und daher verlaufen auch deren Feldlinien einander entgegen gesetzt. Dies führt zu einer Aufhebung, sprich Kompensation des Feldes. Fehlt jedoch ein Teil oder der gesamte Rückstrom in der Nähe des Hinleiters, so entstehen magnetische Wechselfelder, die ungehindert ganze Straßenzüge und Wohngebiete durchdringen. Besonders stark ist es im Bereich der Bahnlinie, wo der Hinleiter, also die Oberleitung / der Fahrdraht und der Rückleiter, also die Schiene, räumlich weit auseinander liegen. Noch größere Felder finden sich in nächster Nähe zu Seilkonstruktionen von Niedervolthalogenlampen. Diese sind ähnlich hoch wie unter Hochspannungsleitungen.

Transformatorenstationen weisen sehr hohe magnetische Wechselfelder auf, doch nimmt die Feldstärke mit 1 durch Radius zur 3. Potenz (1/r³) ab. Das bedeutet, dass nur in nächster Nähe diese Felder sehr stark sind und dann mit zunehmendem Abstand schnell abnehmen.

In Gebäuden ohne ein absolut sauberes TN-S Stromnetz entstehen immer Differenzströme mit entsprechenden Feldern. In der Praxis wird zwar ein TN-S Netz errichtet, doch gut gemeinte Zusatzverbindungen / Brücken machen dann schnell daraus ein TN-C-S Netz. Bei den älteren TN-C Netzen ist häufig mit Differenzströmen zu rechnen.

Durch geeignete Leitungsführung, saubere TN-S Netze, passive oder aktive Magnetfeldkompensation oder Abschirmbleche lassen auch diese Felder sich reduzieren.