Schall und Lärm

Ein Brummen zog sich durch das ganze Haus und einer Ärztin am Starnberger See. Sie suchte wochenlang fieberhaft an jeder Stelle des Hauses. Sie verhielt sich grundsätzlich vorbildlich. Führte ein Lärmtagebuch. Zeichnete Wetterdaten auf. Wurde aber dennoch nicht fündig. Ihre Nerven lagen blank bis Sie uns schließlich mit einer Untersuchung und Analyse von Schallaufzeichnungen beauftragte. Die Ursache: Der Heizungsmonteur hatte fälschlicherweise das Steuerungsgerät mit einem kleinen Trafo an dem neu eingezogenen Kaminrohr aus Edelstahl befestigt. Die 100 Hz Schwingung des Transformators übertrug sich dadurch auf den 9 Meter langen Kamin und nutzte diesen als Resonator. Die schlichte Demontage des unpassend montierten Gerätes brachte „Erlösung“. Und fortan war wieder Ruhe im Haus.

Einen absolut ruhigen Punkt zu finden ist gar nicht leicht. Gerne lässt man sich durch das Zwitschern der Vögeln oder Rauschen der Blätter bei Wind begleiten.

04-schall-und-laermDoch Schall kann auch als sehr unangenehm empfunden werden – man spricht dann von Lärm, da dies eine subjektive Beurteilung ist. Objektiv handelt es sich um Schallereignisse, die in dB(A) gemessen werden. Wer kennt nicht den tropfenden Wasserhahn, der tagsüber im Alltagsgeräusch untergeht und erst in der ruhigen Nacht seine explosive Wirkung entfaltet?

Es ist auch eine Frage des Standpunktes, ob etwas angenehm oder unangenehm ist. Derjenige, der den Radio laut aufdreht, findet es als angenehm. Der durch die laute Musik betroffene Nachbar empfindet es in seiner Nachtruhe als unangenehm, als störend.

Doch nicht alles, was über unser Ohr und unsere Organe wahrgenommen wird, ist über der Hörschallgrenze. Tiefe Frequenzen, Signale unbekannter Art usw. können manchen Menschen zur Verzweiflung bringen.

Der Mensch ist nun mal nicht eine Maschine und daher sind Bewertungen nach dem dB(A) Maßstab seitens des Gesetzgebers nur das eine. Mit dem Bewertungsfilter dB(C) werden tiefere Frequenzen stärker berücksichtigt. Auf den Menschen wirken jedoch alle Frequenzen und daher wird insbesondere bei der psychoakustischen Analyse und Bewertung auf diese beiden Filter verzichtet und das Signal in seiner vollen Frequenzbreite berücksichtigt.

Zur Ermittlung von Schallereignissen stehen neben bekannten Schallmessgeräten auch Schallaufzeichnungsgeräte zur Verfügung, mit denen die Vorgänge vom Kunden selbst aufgezeichnet und mit hochmoderner Software auch psychoakustisch analysiert werden können. So können auch für manch einen Menschen „unbedeutende“ Schallereignisse durchaus in ihrer Wirkung für den anderen Menschen als störend oder belästigend identifiziert werden.

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